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Füllwörter: Geringe Aussagekraft oder wichtige Funktion?


Frau lernt, wann sie Füllwörter einsetzen soll und wann nicht

In der gesprochenen Sprache gehen die Meinungen zu Füllwörtern auseinander, denn teilweise sind Füllwörter ein natürlicher Bestandteil der Alltagssprache und fallen kaum auf. Bei geschriebenen Texten ist die Meinung hingegen meist eindeutig:

Füllwörter gelten als stilistisch unfein und sollten vermieden werden.

Wann dürfen Füllwörter genutzt werden? Wann haben sie sogar einen wichtigen Stellenwert? Welche Füllwörter dürfen definitiv nicht zum Einsatz kommen? Diese und weitere Fragen beantworten wir als Textagentur in diesem Blogbeitrag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Füllwörter haben meist eine geringe Aussagekraft und sollten daher in der Alltagssprache und bei vielen Textarten vermieden werden. Bekannte Beispiele für Füllwörter sind „ähm“, „schon“, „halt“ und „bloß“.
  • In einigen Fällen bietet sich die Nutzung von Füllwörtern an, um Texte stilistisch aufzulockern und mithilfe der Füllwörter die Bedeutung bestimmter Inhalte zu verstärken. Gänzlich unerwünscht sind Füllwörter in Fachartikeln und in Studien.
  • Tools wie die „WORTLIGA Textanalyse“ und der „Hemingway Editor“ unterstützen dabei, Füllwörter in Texten zu erkennen und deren Nutzung zu vermeiden.
Übersichtliche Mindmap zu Füllwörtern mit zusammenfassenden Aussagen

Definition: Was sind Füllwörter?

Laut DUDEN ist ein Füllwort ein „Wort mit geringem Aussagewert“. (2023)

Die bekanntesten Beispiele für Füllwörter sind u. a. „ähm“, „halt“ und „ja“. Diese Füllwörter kommen vor allem in der Alltagssprache zum Einsatz. Neben diesen populären gesprochenen Füllwörtern gibt es weit verbreitete Füllwörter aus der geschriebenen Sprache, wozu beispielsweise „aber“, „im Prinzip“ und „eigentlich“ zählen.

Die geringe Aussagekraft von Füllwörtern rührt daher, dass diese grundsätzlich keine inhaltlich relevanten Infos vermitteln. Deutlich wird dies bei den gesprochenen Füllwörtern „ähm“, „halt“ und „ja“. Diese werden in den Aussagen eingesetzt, ohne dass diese eine Bedeutung hätten.

Mit Sicherheit hat jede Person bereits Erfahrungen damit gemacht, wie sie selbst oder eine andere Person beim Reden kurz innehalten musste, um zu überlegen, und die Sprechpause mit dem Wort „ähm“ füllte.

Aufgrund des geringen Aussagewerts bezeichnet man Füllwörter auch als „Blähwörter“. Diese alternative Bezeichnung ist darauf zurückzuführen, dass Füllwörter einen Satz aufblähen und erweitern. In der geschriebenen Sprache ist die These über den geringen Aussagewert von Blähwörtern allerdings nicht immer haltbar. Nehmen wir als Beispiel den folgenden Satz aus diesem Blogbeitrag:

„Die geringe Aussagekraft von Füllwörtern rührt daher, dass diese grundsätzlich keine inhaltlich relevanten Infos vermitteln.“

Das Wort „grundsätzlich“ lässt sich u. a. durch „im Allgemeinen“ und „im Prinzip“ ersetzen. „Grundsätzlich“ und dessen Synonyme gelten als Füllwörter, aber bei genauerem Hinblick haben sie trotzdem eine relevante Funktion. Sie schränken in diesem Beispiel die Aussage dahingehend ein, dass ein Sachverhalt grundsätzlich so ist, wie beschrieben – grundsätzlich, aber nicht immer.

Wäre der Satz ohne das Wort „grundsätzlich“ verfasst worden, so würde er aussagen, dass Füllwörter keine inhaltlich relevanten Infos vermitteln – sie vermitteln als nie relevante Infos. Das entspricht allerdings nicht der Wahrheit, denn es gibt Ausnahmen, bei denen Füllwörter inhaltsrelevant sind.

Um den soeben zitierten Satz aufzugreifen: Grundsätzlich vermitteln Blähwörter keine inhaltlich relevanten Infos, aber manchmal entschärfen oder betonen sie Aussagen oder erfüllen eine andere Funktion, die für die Vermittlung von Informationen relevant ist.

Wann ist die Verwendung von Füllwörtern sinnvoll und wann nicht?

Ob die Verwendung von Füllwörtern sinnvoll ist oder nicht, richtet sich u. a. nach der Textart und der Zielgruppe. Bei bestimmten Textarten sollten Füllwörter keinesfalls genutzt werden, wie etwa bei Studienarbeiten und Fachartikeln.

Diese Tatsache ist eng verbunden mit den Ansprüchen der Zielgruppe, die beim Lesen von Studienarbeiten und Fachartikeln eine höchst akkurate und wissenschaftliche bzw. fachlich korrekte Ausdrucksweise voraussetzt.

Ebenso ist die Verwendung von Füllwörtern bei Werbetexten unerwünscht, sofern die Zielgruppe der Werbetexte anspruchsvolle Kunden (z. B. Akademiker; Geschäftskunden) sind. Bei Werbetexten, die sich an Otto Normalverbraucher richten, können Füllwörter genutzt werden, doch vor allem bei kurzen Texten sollte der wenige Raum verwendet werden, um möglichst viele relevante Informationen zu vermitteln.

Sinnvoll sind Füllwörter des Öfteren in Blogbeiträgen, Satiretexten und bei anderen Textarten mit einer lockeren Tonalität. Letztlich nimmt jedoch weniger die Textart und stattdessen viel mehr die Zielgruppe einen Einfluss darauf, welcher Schreibstil angemessen ist.

Daher sind Autoren, Website-Betreiber und Unternehmer dazu aufgerufen, ein Zielgruppenprofil anzulegen oder eine Buyer Persona zu erstellen, um den Schreibstil an die Erwartungshaltung der Leser anzupassen und deren Verbleibedauer auf der Website zu steigern.

Abgesehen von der Textart und der Zielgruppe gibt es generelle Anwendungsfälle, in denen Füllwörter pauschal sinnvoll sind. Einer dieser Fälle ist die Verstärkung von Aussagen. Man könnte beispielsweise das Füllwort „ausdrücklich“ nutzen, um die Bedeutung einer Warnung zu verstärken:

„Wir fordern Sie ausdrücklich dazu auf, diese Hinweise bei der Nutzung des Geräts zu beachten.“

Ferner ließe sich das Wort „ansonsten“ verwenden, um stärker zu betonen, welche Konsequenzen die Nicht-Einhaltung einer Warnung hat: „Halten Sie sich an die Vorgaben, denn ansonsten droht eine Geldbuße.“

Weiter unten in diesem Blogbeitrag liefern wir Beispiele für Füllwörter und Anwendungsfälle, die dabei helfen, Füllwörter in einem sinnvollen Rahmen einzusetzen. Angesichts der Tatsache, dass jeder Text und jeder Satz individuell sind, ist es in der Verfassung von Texten wichtig, sich zu hinterfragen, ob ein bestimmtes Füllwort im jeweiligen Satz einen Mehrwert schafft, und auf Grundlage dieser Überlegung zu entscheiden, ob von einem Füllwort Gebrauch gemacht wird oder nicht.

Achtung: Füllwörter von Übergangswörtern unterscheiden!

In einigen Ratgebern im Internet werden unter den Beispielen für Füllwörter auch Wörter wie „aber“, „deshalb“ und „daher“ aufgelistet. Diese Wörter mögen zwar vereinzelt als Füllwörter und somit negativ kategorisiert werden, doch erfüllen sie für den Lesefluss und die Verständlichkeit von Texten essenzielle Funktionen.

Sie tauchen entweder als Einleitung eines Nebensatzes oder zu Beginn eines neuen Satzes auf und stellen einen Übergang vom Hauptsatz bzw. vorigen Satz her. Hierzu zwei Beispiele:

  • Es ist verpflichtend, die Unfallstelle abzusichern. Daher sollten alle Autofahrer eine Rettungsweste, ein Warndreieck und einen Erste-Hilfe-Kasten mit sich führen.
  • Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten. Aber in der Ko-Runde der Weltmeisterschaft kann es danach eine Verlängerung und ein Elfmeterschießen geben.

Die Füllwörter „daher“ und „aber“ schaffen in diesen beiden Beispielen einen fließenden Übergang von dem vorigen zum nächsten Satz. Sie wirken sich zum einen positiv auf den Lesefluss aus und schaffen eine Dynamik. Zum anderen vereinfachen sie das Verständnis dafür, wie die Inhalte aus den beiden Sätzen zusammenhängen.

Im Beispiel aus dem ersten Stichpunkt wird mit „daher“ eine Schlussfolgerung aus dem vorigen Satz eingeleitet, während im folgenden Beispiel durch das „aber“ eine Ausnahme von dem vorigen Satz erläutert wird.

Übergangswörter sind zur Optimierung des Leseflusses, zur leichteren Verständlichkeit der Inhalte und zur Herstellung einer Dynamik absolut erwünscht. Auch in Studien, Fachartikeln und sonstigen Textarten mit hohen inhaltlichen sowie stilistischen Anforderungen sind Übergangswörter gern gesehen.

Einige Übergangswörter gelten als stilistisch unfein – vor allem das Wort „aber“. In Fällen wie diesen sollten Alternativen wie „jedoch“ und „allerdings“ verwendet werden.

Welche Füllwörter gibt es? Beispiele und Anwendungsfälle

Im Zusammenhang mit Füllwörtern fallen Begriffe wie Adverbien und Modalpartikel. Der Begriff „Modalpartikel“ ist eine Überkategorie, unter der nicht-reflektierbare Wortarten fallen. Hierzu gehören unter anderem Adverbien.

Unter den Adverbien gibt es einige Wortarten, die wichtig sind, wie z. B. die Lokaladverbien („rechts“; „vorn“; etc.), die nähere Informationen zu einem Ort geben. Eine Art von Adverbien, nämlich die Modaladverbien, sind in den meisten Fällen weniger informativ und lassen sich als die „Quelle von Füllwörtern“ bezeichnen. Modaladverbien beschreiben die Art und Weise von etwas.

Hier finden sich viele Füllwörter mit einem geringen Aussagewert und außerdem einige Übergangswörter:

  • Eben
  • Doch
  • Bloß
  • Schon
  • Halt
  • Eh
  • Aber
  • Gar
  • Einfach
  • Eigentlich
  • Nur
  • Mal
  • Rein
  • Überhaupt
  • Sonst
  • Vielleicht
  • Möglicherweise
  • Einigermaßen
  • Sehr

Diese Füllwörter kommen in verschiedenen Fällen zum Einsatz. So nutzt man beispielsweise einige der Füllwörter wie folgt, wenn man Personen auf lockere Art und Weise zu einer Handlung anspornen möchte:

  • Mach das doch mal!
  • Probier das einfach selbst aus!

Zur Beschreibung von Dingen oder Situationen können folgende Formulierungen mit Füllwörtern genutzt werden:

  • Das war schon ein schwieriger Moment.
  • Sehr viele Menschen sind arm.
  • Das war gar nicht nett.

Um zum Ausdruck zu bringen, dass man sich bei einer Aussage nicht ganz sicher ist, sind die folgenden Sätze mit Füllwörtern geeignet:

  • Vielleicht solltest du weiter nach links zielen und nicht nach rechts.
  • Eigentlich sind die Menschen, die zwischenmenschliche Beziehungen priorisieren, glücklicher als sozial isolierte Menschen.

Mithilfe von Tools Füllwörter erkennen und vermeiden

Der „Hemingway Editor“ und die „WORTLIGA Textanalyse“ sind zwei Online-Tools, mit deren Hilfe man Füllwörter erkennen und vermeiden kann.

Abgesehen von Füllwörtern weisen die beiden Tools mit Verbesserungsvorschlägen auf Passivformulierungen, komplizierte Sätze und andere stilistische Defizite hin.

Wer effiziente Tools zur Optimierung von Texten in deutscher und englischer Sprache sucht, ist mit dem „Hemingway Editor“ und der „WORTLIGA Textanalyse“ richtig beraten.

Fazit

Nicht alle Füllwörter sind überflüssig! Manche Füllwörter eignen sich beispielsweise, um Aussagen zu entschärfen oder hervorzuheben, weswegen deren Nutzung in geschriebenen Texten und in der Alltagssprache sinnvoll sein kann. Beispiele hierfür sind Übergangswörter („doch“; „demzufolge“; etc.) und Füllwörter wie „grundsätzlich“ und „ausdrücklich“.

Wenn man das Gefühl hat, dass die Nutzung eines Füllworts einen inhaltlichen Mehrwert schafft, darf dieses Füllwort im Text oder in der Alltagssprache genutzt werden. Bei der Textverfassung helfen zudem Online-Tools wie die Editoren von „Hemingway“ und „WORTLIGA“ dabei, überflüssige Füllwörter zu erkennen und zu streichen.

Quellenverzeichnis

DUDEN, Füllwort. https://www.duden.de/rechtschreibung/Fuellwort (letzter Abruf: 05.01.2023; 20:49 Uhr).

Über den Autor

Als Experte für SEO-Texte hat Marco Reuter bereits zahlreiche Projekte erfolgreich umgesetzt. Mit Gründung der Content-Erfolg GmbH bietet er einen redaktionellen Full-Service an, um seinen Kunden noch bessere Ergebnisse zu liefern.

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